Wetter sorgt für Aufregung bei DKM-Halbzeit

02.08.2021

Das vergangene Wochenende stand ganz im Zeichen der Halbzeit in der Deutschen Kart-Meisterschaft. 130 Fahrerinnen und Fahrer traten beim einzigen Auslandsgastspiel des Jahres im belgischen Genk an. Vor allem am Sonntag sorgte das Wetter für einiges an Aufregung. Am Ende gab es in den fünf Prädikaten, zehn verschiedene Sieger.

Nach Kerpen und Wackersdorf, stand nun Genk auf dem Programm der Deutschen Kart-Meisterschaft. Die internationale Top-Rennstrecke war nach einem Jahr Pause zurück im Rennkalender der höchsten deutschen Kart-Meisterschaft und bot wieder eine tolle Kulisse. 130 Fahrerinnen und Fahrer aus aller Welt bestätigten erneut den Stellenwert der DKM mit seinen fünf Prädikaten DKM, DJKM, DSKM, DSKC und DEKM.

Während das Zeittraining und die Heats am Samstag durchweg bei Sonnenschein stattfanden, bescherte teilweiser Regen am Sonntag neue Bedingungen. Die Fahrer stellten sich darauf ein und lieferten den zahlreichen Zusehern des Live-Streams packenden Kartsport. Als Sieger wurden Juliano Holzem, Morgan Porter (beide DKM), Akshay Bohra, Coskun Irfan (beide DJKM), Stan Pex, Senna van Walstijn (beide DSKM) sowie Thomas Imbourg und Karl Lukaschewsky (beide DSKC) geehrt.

Wieder mit dabei war auch die Deutsche Elektro-Kart-Meisterschaft (DEKM). In erneut knappen Rennen gewannen der Niederländer Jens van der Heijden und Theo Kekati aus den Vereinigten Arabischen Emiraten. Bereits beim kommenden Rennen in Mülsen findet für die innovative Kartrennserie das Saisonfinale statt.

DKM: CVPG-Schützlinge Juliano Holzem und Morgan Porter siegreich

Nach einer Durststrecke in Wackersdorf war Auftaktsieger Juliano Holzem (CV Performance Group) in Genk zurück im Führungspulk. Mit der Pole-Position ließ er bereits im Zeittraining die Konkurrenz aufhorchen und ließ sich auch in den Vorläufen das Zepter nicht aus der Hand nehmen. Im ersten Finale waren die Positionen schnell bezogen. Holzem verteidigte seinen Spitzenplatz und holte den zweiten Saisonsieg. „Wir waren bereits in den Trainings am Freitag schnell und sind zuversichtlich in das Renngeschehen gestartet. Es ist super gewonnen zu haben und bestätigt die gute Arbeit meines Teams“, fasste der Rheinland-Pfälzer zusammen. Hinter ihm reihten sich Lars van Vark (TB Racing Team), Luca Griggs (KSM Official Racing Team), sein Zwillingsbruder Sandro Holzem (CV Performance Group) und Elias Olsen (KSM Official Racing Team) aus Dänemark ein.

Ein geschichtsträchtiges Rennen erlebten die 31 Pilotinnen und Piloten im zweiten Finale. Das Wetter erschwerte die Wahl der Reifen, drei Fahrer vertrauten auf Slicks, der Rest auf Regenreifen. Schon früh kristallisierten sich die Slicks als die richtige Wahl heraus. Porter pflügte unhaltbar durch das Feld und hatte zum Ende alle Teilnehmer bis zum vierten Platz überrundet. „Die Reifenwahl war entscheidend für den Sieg. Schon in der Einführungsrunde habe ich gemerkt, dass die Slicks genügend Gripp liefern und habe entsprechend attackiert“, analysierte der Brite im Siegerinterview. Ebenfalls die Vorteile der profilosen Reifen nutzten Kim Hawrang (CV Performance Group) und Moritz Wiskirchen (TB Racing Team) auf den Plätzen zwei und drei. Juliano Holzem war als Vierter der beste Fahrer mit Regenreifen, Felix Arnold (KSM Official Racing Team) wurde Fünfter.

Meisterschaftsstand DKM nach 6 von 10 Läufen:
1. Niels Tröger (123 Punkte)
2. Juliano Holzem (107 Punkte)
3. Luca Griggs (101 Punkte)
4. Sandro Holzem (93 Punkte)
5. Elias Olsen (91 Punkte)

DJKM: TB Racing Team siegt doppelt

Der Meisterschaftsführende Akshay Bohra (TB Racing Team) erlebte einen perfekten Start in das Rennwochenende. Nach den Heats führte er das Klassement an und ging aus der Pole-Position in das erste Finale. Seiner Favoritenrolle wurde er auch im Rennen gerecht. Vom Start weg führte er das Klassement an und baute mit einem Sieg seine Position in der Meisterschaft weiter aus. „Nach der verlorenen Führung war es für mich wichtig in den ersten Runden zu attackieren. Zurück an der Spitze, lag mein Fokus darauf perfekte Runden zu fahren und mich damit abzusetzen“, der Singapurer zufrieden. Auch hinter ihm waren die Plätze früh bezogen: Jonathan Weywadt (RS Competition) wurde als Zweiter vor Rookie Taym Saleh (TB Racing Team) abgewinkt. Im Kampf um Platz vier setzte sich zum Ende Coskun Irfan (TB Racing Team) gegen Jens Treuer (CV Performance Group) durch. Doch Letzterer wurde im Anschluss des Rennens disqualifiziert, auf Platz fünf rückte Kevin Lantinga (KSM Official Racing Team) nach vorne.

Zum Start des zweiten Wertungslaufes war das Wetter das Zünglein an der Waage. Ein kurzzeitiger Schauer sorgte für eine Startverzögerung und brachte den Fahrern die Chance ein auf Regenreifen zu wechseln. Mit dem Erlischen der Startampel begann ein harter Kampf an der Spitze. Ein Quartett lieferte sich einen sehenswerten Fight um den Sieg. Letztlich setzte sich der Däne Weywadt durch und fuhr in der zweiten Rennhälfte einen deutlichen Vorsprung heraus. Doch die Freude über seinen ersten Sieg war schnell verflogen, eine Fünfsekundenstrafe warf ihn auf Rang fünf zurück. Neuer Sieger war Coskun, der gemeinsam mit Saleh und Douwe Dedecker für ein reines TB Racing Team-Podium sorgte. Als Vierter komplettierte Lantinga die Pokalränge.

Meisterschaftsstand DJKM nach 6 von 10 Wertungsläufen:
1. Akshay Bohra (177 Punkte)
2. Maxim Rehm (125 Punkte)
3. Douwe Dedecker (95 Punkte)
4. Jonathan Weywardt (77 Punkte)
5. Tom Kalender (66 Punkte)

DSKM: Titelfavoriten Fabian Federer und Senna van Walstijn siegen

Juho Valtanen (SP Motorsport) aus Finnland war in den Vorläufen am besten aufgelegt und lag am Samstagabend auf Platz eins im Zwischenklassement. In den Finals reichte es für den amtierenden Deutschen Kart-Meister aber nicht zum Sieg. Fabian Federer (SRP Racing Team) setzte sich beim Start zum ersten Finale durch und führte eine Gruppe von 15 Piloten an, welche wie an einer Perlenschnur gezogen ihre Runden drehten. Zur Halbzeit wurde der Druck von Verfolger Stan Pex (SP Motorsport) aber zu groß, der Niederländer ging vorbei und fuhr zum Sieg. „Heute war ein guter Auftakt, aber ganz zufrieden bin ich nicht. Es fehlt noch ein bisschen, daran müssen wir weiterarbeiten“, zeigte sich der Sieger nachdenklich. Federer und Senna van Walstijn (CPB Sport) folgten als Zweiter und Dritter. Doch eine Spoilerstrafe warf van Walstijn aus den Top-Fünf. Arthur Carbonnel (CPB Sport) Valtanen und Jorrit Pex (SP Motorsport) rückten dadurch eine Position auf und vervollständigten die Ränge.

Das zweite Rennen startete bereits bei leichtem Nieselregen, die routinierten Fahrer stellten sich aber darauf ein und unterstrichen ihr großes fahrerisches Können. Aus der achten Position gestartet zeigte van Walstijn eine beachtliche Aufholjagd und übernahm bereits nach vier Runden die Führung. Der Regen wurde indessen stärker, wodurch es noch weitere Verschiebungen gab. Letztlich entschied sich die Rennleitung das Finale mit einer Slow-Phase vorzeitig zu beenden. Auf zwei und drei landeten Jorrit und Stan Pex. Valentino Fritsch (Birel ART Racing KSW) wurde als bester Deutscher Vierter, sein Landsmann David Trefilov (SRP Racing Team) erreichte Platz fünf. Jedoch wurde er im Anschluss disqualifiziert, neuer Fünfter war Carbonnel. Für den vierfachen Saisonsieger van Walstijn war der Abschluss des Wochenendes wichtig im Kampf um den Titel: „Ja ich bin sehr happy, es war ein verrücktes Rennen. Der einsetzende Regen hat es noch schwerer gemacht, es war etwas schade unter Slow gewonnen zu haben. Am Ende ist es aber ein Sieg, der entscheidend für die Meisterschaft sein kann.“

Meisterschaftsstand DSKM nach 6 von 10 Läufen:
1. Senna van Walstijn (167 Punkte)
2. Fabian Federer (148 Punkte)
3. Juho Valtanen (107 Punkte)
4. Valentino Fritsch (86 Punkte)
5. Kris Haanen (85 Punkte)

DSKC: Thomas Imbourg und Karl Lukaschewsky siegen in überraschenden Rennen

Rookie Ben Dörr (TB Racing Team) sorgte für die erste Überraschung beim Halbzeitrennen in Genk. Der junge Hesse fuhr Bestzeit im Qualifying und siegte auch im ersten Heat. Doch im zweiten Durchgang schied er noch vor dem Start durch einen Defekt aus und fiel dadurch aus dem Führungspulk. Das erste Finale war geprägt vom Kampf der Meisterschaftsfavoriten Thomas Imbourg (CPB Sport) und Jakob Bergmeister (SRP Racing Team). Nach dem Start reihte sich das Duo noch hinter dem Niederländer Jeffrey Fikse ein. Bergmeister schloss aber schnell die Lücke und ging in Führung. Wenige Runden später folgte ihm dann auch Imbourg: Der Franzose überholte ebenfalls Fikse und machte sich auf die Jagd nach dem Führenden. Drei Runden vor Rennende nutzte er dann seine Chance und zog an Bergmeister vorbei. Bis zum Fallen der Zielflagge änderte sich an der Reihenfolge nichts mehr: Imbourg siegte vor Bergmeister und Fikse. Auf Platz vier folgte Renzo Alibaks vor Karl Lukaschewsky (SRP Racing Team). „Das war ein super Rennen, ich war nach dem Start nur Fünfter und habe bis zum Ende attackiert, um zu gewinnen“, strahlte Imbourg auf dem Siegerpodium.

Dramatisch wurde es im zweiten Durchgang: Während der Mittagspause hatte es angefangen zu regnen und die 1.360 Meter lange Strecke war nass. Trotzdem entschied sich das gesamte Feld für Slickreifen. Entsprechend viele Ausrutscher gab es in den ersten Runden. Prominentestes Opfer war Auftaktsieger Imbourg: Er wurde während des Starts in die Wiese geschoben und verlor dadurch alle Chancen. An der Spitze behauptete sich dagegen Marvin Langenbacher (RS Motorsport), der auch als Erster über den Zielstrich fuhr. Doch ein gelöster Auffahrschutz machte seinen Triumph zu Nichte. Neuer Sieger war Lukaschewsky vor Bergmeister, Celian Gallasin (SC Performance), Fikse und Alibaks. Im anschließenden Siegerinterview konnte Lukaschewsky seinen Erfolg kaum glauben: „Ich hatte Glück die erste Runde überstanden zu haben und habe dann nur noch versucht mein Kart auf der Strecke zu halten. Das war ein schweres Rennen, ich bin sehr glücklich über meinen ersten DSKC-Sieg.“

Meisterschaftsstand DSKC nach 6 von 10 Wertungsläufen:
1. Jakob Bergmeister (145 Punkte)
2. Thomas Imbourg (112 Punkte)
3. Andre Walter (87 Punkte)
4. Marvin Langenbacher (85 Punkte)
5. Karl Lukaschewsky (69 Punkte)

In fünf Wochen (10.-12. September) geht es für die Fahrer und Teams in der Deutschen Kart-Meisterschaft weiter. Dann wartet mit der Arena E in Mülsen eine Premiere, erstmals ist die höchste deutsche Kartrennserie auf der Rennstrecke in Sachsen vertreten.