Erklärung der DKM-Organisation zum Ergebnis der OK-Senioren (DKM)

31.08.2020

Obwohl vor Ort in Kerpen in angemessenen Zeiträumen alle Entscheidungen, die das Rennen 2 der Klasse OK-Senioren betreffen, getroffen wurden und das Rennergebnis finalisiert wurde, ist es wahrscheinlich, dass nicht alle Bewerber dieser Klasse die vollständigen Informationen darüber erhalten haben. Die aufgrund der Corona-Hygiene-Richtlinien bestimmten Kommunikationswege von der Rennleitung zu den Bewerbern haben zu diesem Zeitpunkt möglicherweise nicht die geforderte Zuverlässigkeit garantiert.

Um alle Bewerber der DKM gleichsam fair zu behandeln hat sich die DKM-Organisation entschieden, folgende Erklärung zum Verlauf der Untersuchungen bezüglich des Teilnehmers mit der Startnummer 14, Bewerber SFR Motorsport, Fahrer Luca Griggs, abzugeben.

Das Rennen 19 der Veranstaltung, der DKM-Wertungslauf „Rennen 2“ wurde 14:30 Uhr gestartet. Nach der Gesamtfahrzeit von knapp 17 Minuten wurde das Rennen beendet. Das Rennen wurde von der Startnummer 14 (Luca Griggs / SFR Motorsport) gewonnen vor Startnummer 15 (Niels Tröger / Mach 1 Motorsport / +4,601 s) und Startnummer Juho Valtanen / TB Racing Team / +6,130 s).

Wie nach jedem Rennen wurde nach dem Abwinken die Auslaufrunde gefahren und die Strecke in Richtung Waagebereich verlassen.

Vor dem Feststellen des Wettbewerbsgewichtes durch die Technischen Kommissare wird durch einen Sachrichter festgestellt, ob sich der am Kart verbaute Frontspoiler in korrekter Position befindet oder nicht. Ein ausgelöster Frontspoiler zieht automatisch eine Zeitstrafe von 5 Sekunden für den betreffenden Fahrer nach sich.

Bei den Startnummern 12, 14, 29 und 30 wurde zunächst die Auslösung des jeweiligen Frontspoilers festgestellt und dieses durch den beauftragten Sachrichter auch gemeldet.

Gleicher Sachrichter teilte unmittelbar danach aber auch mit, dass sich an der Befestigung der Auffahrrampe vom Boden auf die Plattform der Waage eine Schraube im Laufe der Zeit durch die Belastung der Rampe soweit gelöst, dass diese aus der ebenen Fläche der Auffahrrampe herausragte.

Die Konstruktion der fest installierten Waage mit den beiden Rampen zur Auffahrt und zur Abfahrt ist so gestaltet, dass ein Kart aus eigener Kraft die Waage befahren kann. Dieses selbstständige Befahren ist allerdings in der Regel nur für den Fahrer möglich, der als erster an der Waage nach dem Rennen ankommt.

Dieses war bei besagtem Rennen für die Startnummer 14 möglich und wurde auch getan. Im Laufe des Wochenendes wurde dieses selbständige Befahren zur pflichtgemäßen Wägung durch verschiedene Fahrer öfters praktiziert.

Die verantwortlichen Sportwarte an der Waage und der Sachrichter haben festgestellt, dass der Frontspoiler der Startnummer 14 an dieser sich gelösten und herausragenden Befestigungsschraube der Auffahrrampe beim Befahren kräftig (hörbar) angeschlagen ist und dadurch mit hoher Wahrscheinlichkeit ausgelöst wurde. Die genauere Untersuchung des Frontspoilers bestätigte diese Annahme.

Da aber die festgestellte Auslösung eine Frontspoilers nicht ohne ein weiteres Verfahren einzuleiten, zurückgenommen werden kann, wurde im Ergebnis des besagten Rennens auch für die Startnummer 14 eine 5 Sekunden-Strafe publiziert (virtueller Aushang 16:17 Uhr)

Zeitlich versetzt wurde vorgenannter Vorgang an der Waage in einem Bericht des Obmannes der Technischen Kommissare an die Sportkommissare bestätigt.

Zur Klärung, inwieweit es tatsächlich erst am der Waage zur Auslösung des Fronspoilers kam oder dieses vorher im Rennen passierte, wurde eine umfangreiche Untersuchung der verschiedenen Rennsituationen veranlasst. 

Durch die Möglichkeiten, die durch die Videoaufzeichnungen der Race Control bestehen, wurde in aufwändiger Nachkontrolle das Rennen der Startnummer 14 dahingehend nachverfolgt, inwieweit die Auslösung des Frontspoilers auf eine im Rennen festgestellte Situation zurückgeführt werden kann. Diese Nachkontrolle hat widerlegt, dass ein Kontakt mit anderen Karts im Rennen die Auslösung verursacht haben könnte. Hierzu wurden besonders genau die erste Runde und alle weiteren Situationen, z.B. Überholvorgänge analysiert.

Im Ergebnis dieser Untersuchungen wurde vom Renndirektor an die Sportkommissare die Empfehlung gegeben, die vom Sportgesetz gegebenen Möglichkeiten zur Prüfung des gesamten Sachverhaltes anzuwenden und unter Bewertung aller zur Verfügung stehenden Informationen der Empfehlung des Sachrichters zu folgen und die Zeitstrafe mit ihrer Entscheidung aufzuheben (in Anwendung Art. 11.9.3.e des Internationalen Sportgesetzes (ISG).

Nach Anhörung des Bewerbers Nr. 14 und des Fahrers wurde mit der Entscheidung 16 der Sportkommissare die Zeitstrafe für Startnummer 14 zurückgenommen und dem Bewerber 17:12 Uhr verkündet. Publiziert auf dem digitalen Aushang wurde die Entscheidung 17:16 Uhr und das hiernach korrigierte Ergebnis des Rennens 17:20 Uhr.

Information:

Da es aus eingangs geschilderten Gründen möglicherweise nicht für alle Bewerber möglich war, die Sportkommissars-Entscheidung und das resultierende Ergebnis im Rahmen der normalen Frist zur Kenntnis zu nehmen und zu bewerten, wurde von den Sportkommissaren entschieden, in der sinngemäßen Anwendung von Artikel 15.4.2.b des ISG die Frist zur Ankündigung des möglichen Rechtsmittel der Berufung zu verlängern. Hierzu wurden alle Bewerber per E-Mail informiert.